Der öffentlich-rechtliche Boden- und Wasserverband von Rijnland ist eine Wasserbehörde und als solche zuständig für den Wasserhaushalt sowie die Erhaltung der Strassen und Brücken der Region. Eine Wasserbehörde ist eine mit den niederländischen Provinzen und Gemeinden vergleichbare staatliche Behörde.
Rijnland ist nicht die einzige Wasserbehörde der Niederlande, es gibt davon einige Dutzend in allen Provinzen. Rijnland ist in zwei Provinzen aktiv, und zwar Nord- und Südholland. Der Zuständigkeitsbereich von Rijnland erstreckt sich von Wassenaar bis zu einem Teil von Amsterdam und von IJmuiden bis Gouda. Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von 1100 km², auf der rund 1,3 Millionen Menschen wohnen, arbeiten und sich erholen.
Es gibt hier viele kleine Seen, Flüsse, Kanäle und 200 Polder. Im Westen grenzt das Gebiet an die Nordsee.
In diesem Arbeitsbereich sorgt Rijnland dafür:
Die Verantwortung für das Trinkwasser gehört nicht zu den Aufgaben von Rijnland, sondern obliegt den Trinkwasserbetriebe. Für das Grundwasser sind die Provinzen und Gemeinden verantwortlich.
Das wichtigste Wehr ist der 40 Kilometer lange Dünenstreifen zwischen Wassenaar und IJmuiden. Dieser 250 Meter breite Riegel schützt Nord- und Südholland vor dem Meer.
Der Boden- und Wasserverband Rijnland kümmert sich um den Erhalt der empfindlichen Dünen, die für den Schutz des Hinterlandes eine massgebliche Rolle spielen.
Rijnland bereitet das Abwasser von Wohnhäusern und Betrieben der Region auf. Das Abwasser wird über die Kanalisation in die Kläranlagen von Rijnland geleitet und dort gereinigt. Das geschieht auf natürliche Weise mit Hilfe von Bakterien und Sauerstoff. Anschliessend wird das aufbereitete Wasser ins Oberflächenwasser geleitet. Rijnland betreibt in seinem Zuständigkeitsbereich 33 Kläranlagen.
Rijnland verwendet grosse Aufmerksamkeit auf die Bekämpfung der Oberflächenwasserverschmutzung. Der Wasserverband ist für die Erteilung von Genehmigungen zur Entsorgung von Abwasser zuständig und verknüpft damit entsprechend strenge Auflagen. Umweltsünder, die Abwasser illegal ableiten, werden von Rijnland ausfindig gemacht.
Zur Feststellung der Qualität wird das Wasser im Labor von Rijnland analysiert. Neben dem Abwasser von Klein- und Grossbetrieben werden hier auch Wasserproben auf ihren Gehalt an Schwermetallen, Salz, Sauerstoff, Phosphaten und Stickstoff untersucht. Darüber hinaus wird die Qualität und die Zusammensetzung der im Wasser lebenden Pflanzen und Tiere ständig im Auge behalten.
Rijnland sorgt mit seinen Schöpfwerken für die Regulierung und Beibehaltung des Wasserstandes. Der Pegel des Oberflächenwassers darf keinen zu grossen Schwankungen unterliegen. Steht das Wasser zu hoch, bekommen wir nasse Füsse. Steht es zu niedrig, führt das zu Schäden an den Fundamenten von Gebäuden und Deichen. Zuviel Wasser bedeutet verfaulte und zuwenig Wasser vertrocknete Pflanzen. Der Wasserstand ist demzufolge ein massgeblicher Faktor für die Bewirtschaftung der jeweiligen Region.
Das Wasser im Mahlbusensystem von Rijnland wird von uns immer auf ein und demselben Pegel gehalten: 60 Zentimeter über dem Amsterdamer Pegel.

Alle Stoffe, die ins Wasser gelangen, landen letztendlich auf dem Gewässergrund. Häufig sind das verschmutzte Stoffe, die vom Gewässergrund wieder ans Wasser abgegeben werden. Demzufolge ist es wichtig, dass der verschmutzte Grund gesäubert wird. Das tun wir, indem wir die jeweiligen Gewässer ausbaggern. Ein weiterer Effekt dieser Methode ist, dass die Breite und Tiefe der Wasserläufe gewährleistet bleibt und so genügend Platz für die Be- und Entwässerung sowie das Stauen von Wasser ist.
Rijnland bringt Natur und Wasser näher zusammen. So hält der Wasserverband beispielsweise das Anlegen von landschaftsfreundlichen Ufern für wichtig, das heisst, keine steilen, geraden Uferbefestigungen mehr, sondern sanfte Abhänge mit Wasserpflanzen. In einer solchen Umgebung können Wasservögel und andere Tiere viel einfacher vom Wasser zum Festland wechseln und umgekehrt. Die Untiefen an den Ufern sind ideale Laichgründe für Fische.
Wasser ist nicht nur eine Angelegenheit der Wasserbehörden, sondern auch des Staates sowie der Provinzen und Gemeinden. Immer mehr Einrichtungen und Organisationen widmen dem Wasser wachsende Aufmerksamkeit: Trinkwasserbetriebe, Land- und Gartenbaubetriebe, Wassersport- und Angelvereine, Natur- und Umweltorganisationen, Industrie- und Handelskammern und Erholungsverbände. Kurz alles Organisationen, die mit Wasser zu tun haben. Rijnland arbeitet in unterschiedlichen Projekten mit all diesen Parteien zusammen.
Wasserwirtschaft ist ebenso notwendig wie teuer. Pro Jahr werden bei Rijnland ungefähr 90 Millionen Euros umgesetzt. Diese 90 Millionen werden aus der Wassersteuer finanziert, die fast jeder aus der Region aus der Rijnland-Region bezahlt. Weitere Informationen hierzu sind der Anlage zum Steuerbescheid zu entnehmen, den Sie jedes Jahr von Rijnland erhalten.
Weiteres zu Rijnland erfahren Sie über:
Telefon: 071 / 3063063
E-Mail: post@rijnland.net
Erläuterungen und Informationen zur Wassersteuer erhalten Sie telefonisch unter 071 / 3063063 oder per E-Mail: belasting@rijnland.net.
